VfB-Reserve ist zu stark für Rot-Weiss Koblenz

Nach der durchaus ansprechenden Leistung im DFB-Pokal-Spiel gegen den Zweitligisten SSV Jahn Regensburg vor einer Woche erlebte der FC Rot-Weiss Koblenz zum Regionalliga-Auftakt einen enttäuschenden Nachmittag. Gegen den VfB Stuttgart II, den der Koblenzer Trainer Heiner Backhaus zu den Spitzenteams der Liga zählt, verlor seine Mannschaft verdient mit 0:3 (0:1). „Wichtig ist, nicht alles schwarzzumalen nach dieser Niederlage gegen die starke Stuttgarter Mannschaft. Mit den Maßstäben ihres Kaders können wir uns nicht vergleichen. Wir müssen es über das Team regeln, und das müssen wir schnellstens werden. Man muss sich in Zweikämpfen richtig wehren, aber das geht nur über die Grundtugenden und mit der richtigen Schuhwahl, mit denen man nicht so herumrutscht wie einige unserer Spieler heute. Das Abrufen der Grundtugenden reicht in der Regionalliga aus, um konkurrenzfähig zu sein. Das waren wir heute mit dem Ball in gar keiner Phase und gegen den Ball auch nur in wenigen Phasen. Leider habe ich auch von unseren Führungsspielern zu wenig gesehen“, fasste Backhaus zusammen.
Die Begegnung begann mit einem ganz frühen Nackenschlag in der zweiten Minute. Die Koblenzer konnten eine Hereingabe von der linken Seite der Schwaben nicht unterbinden und klären, sodass Falko Michel aus dem Hinterhalt abzog und das 0:1 markierte. „Nach dem frühen Rückstand musste unsere Mannschaft sich erst einmal sammeln. Das hat sie gegen Mitte der ersten Halbzeit auch geschafft. Wir hatten mehrere gefährliche Hereingaben, bei denen die Box-Besetzung nicht ideal war“, kommentierte der RWK-Trainer den weiteren Verlauf der ersten Halbzeit. Ehe die Einheimischen besser in die Partie fanden, hätte es jedoch schon 0:2 stehen können. Marko Stojanovics Grätsche verhinderte gegen Alou Kuols Abschluss einen weiteren Gegentreffer. Die von Backhaus angesprochenen Situationen, bei denen der Adressat im Zentrum fehlte, datierten aus den Minuten 20 und 39. Quentin Fouley und Arthur Ekallé bereiteten vor, aber jeweils kam Osman Atilgan nicht richtig beziehungsweise nicht ganz an den Ball.
„20 Minuten lang ist es uns in der ersten Halbzeit gut gelungen, unser Spiel durchzudrücken. Dann machte uns Koblenz das Leben schwer. Wenn in dieser Phase das Tor zum 1:1 fällt, kann das Spiel kippen. Das eine oder andere Mal hatten wir das gewisse Quäntchen Glück. In der Pause haben wir an zwei, drei Stellschrauben gedreht. Das setzte die Mannschaft auf dem Platz gut um. Sie erzielte die Tore zur rechten Zeit, und am Ende des Tages bin ich sehr zufrieden, dass wir hier 3:0 gewinnen konnten“, sagte Ex-Nationalspieler Frank Fahrenhorst. Der VfB-Trainer sah nach Wiederbeginn zunächst noch zwei ausgelassene Chancen von Kuol (48.), der an Baboucarr Gayé scheiterte, und 0:1-Torschütze Michel, der mit einem 20-Meter-Freistoß den Pfosten traf (51.). Auch beim Kopfball von Sven Schipplock war Gayé zur Stelle und parierte (60.).
Die Rot-Weißen berappelten sich, kamen durch Marko Stojanovic gefährlich zum Abschluss (60.), aber anstatt den Ausgleich zu feiern, entschied ein Slapstick-Tor die Partie vor. Schipplock schnibbelte den Ball vor das Koblenzer Tor, Gayé kam nur mit den Fingerspitzen ans Spielgerät, das schließlich von Arthur Ekallé unglücklich ins eigene Tor gelenkt wurde (64.). Der Schlussmann der Heimelf verhinderte gegen Manuel Polster (68.) sowie Schipplock (75.) Schlimmeres, beim 0:3 stimmte dann jedoch die Abstimmung bei einem Stuttgarter Eckstoß nicht. Der pfeilschnelle Kuol profitierte davon und köpfte zum Endstand ein (86.).
Zu diesem Zeitpunkt stand die Elf vom Deutschen Eck nur noch mit zehn Mann auf dem Platz. Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Alt schickte Christopher Spang in der 80. Minute mit der Roten Karte vom Platz. Backhaus tat sich schwer, diese Entscheidung zu verstehen: „Es war sein erstes Foul, um einen Konter zu unterbinden. Hinter ihm standen noch zehn andere Feldspieler von uns. Für mich war dieser Platzverweis aus der Luft gegriffen. Danach war das Spiel für uns natürlich gelaufen.“

Koblenz: Gayé – Ekallé (75. Ghandour), Spang, Weidenbach, Stojanovic – Maroudis (56. Samoura), Bender (75. Ceylan) – Crosthwaite, Fouley, Atilgan (66. Lemmer) – Esmel.
Stuttgart: Hornung – Bazzoli, Maglica, Nothnagel – Kudala (85. Pereira da Silva), Weil, Michel, Celebi (85. Suver) – Kuol (87. Bennetts), Schipplock (75. Wolf), Polster (87. Rekdal).
Schiedsrichter: Patrick Alt (Illingen).
Zuschauer: 240.
Tore: 0:1 Falko Michel (2.), 0:2 Arthur Ekallé (64., Eigentor), 0:3 Alou Kuol (86.).
Besonderheit: Rote Karte gegen Koblenz' Christopher Spang (80., grobes Foulspiel).

Bildtext:
Der Koblenzer Schlussmann Baboucarr Gayé und Neuzugang Marius Samoura verhindern in dieser Szene einen Torerfolg von Stuttgarts Manuel Polster. In drei anderen Situationen mussten sich die Rot-Weißen hingegen geschlagen geben.

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