RWK nimmt (trotz 2:0-Führung) Punkt mit

Der FC Rot-Weiss Koblenz verfährt momentan nach der „Eichhörnchen-Taktik“. Diese erlaubt zwar keine großen Sprünge in der Tabelle, ist aber auch wertvoll, wenn es darum geht, das Punktekonto peu à peu aufzustocken. Der Fußball-Regionalligist blieb auch im vierten Punktspiel des Jahres ungeschlagen, das Heimspiel gegen den KSV Hessen Kassel endete vor 430 Zuschauern im Stadion Oberwerth mit einem 2:2 (2:1)-Unentschieden. Zuvor hatte RWK bereits gegen den SSV Ulm und die TSG Hoffenheim II remis gespielt. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Für uns ist das ein gewonnener Punkt“, sagte Trainer Heiner Backhaus bei der Pressekonferenz. Zu dieser Bewertung kam er, obwohl seine Mannschaft nach gut einer halben Stunde mit 2:0 führte. „Diese beiden Treffer kamen aus dem Nichts. Unsere Führung war nicht verdient“, gab er zu.
In einer zerfahrenen Begegnung vermisste Backhaus „Männerfußball auf allen elf Positionen“. Er sah nicht die Zweikampfintensität, die seine Mannschaft benötige, um in der Regionalliga siegreich sein zu können. Zumindest mit dem Blick auf das Ergebnis stimmte der eingeschlagene Weg zunächst. Arthur Ekallé traf in der 16. Minute nach einer feinen Einzelleistung zum 1:0, dann erhöhte Henry Crothwaite mit seinem linken Fuß auf 2:0 (35.).
Als Heiner Backhaus nach Spielende gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Christian Noll über das Gesehene fachsimpelte, kam er unter anderem auf die starke Schusstechnik der Gästespieler zu sprechen, und hier im Speziellen auf den Volley von Tim Dierßen. Aus 17 Metern kam der Mann aus dem zentralen KSV-Mittelfeld in der 40. Minute zum Abschluss, der im Winkel einschlug. „Das hat uns gut getan“, sah sein Trainer Tobias Damm im Anschlusstreffer einen wichtigen Antrieb für Durchgang Nummer zwei. Der war gerade sieben Minuten alt, da gehörte die Koblenzer Führung der Vergangenheit an. Daniele Vesco glich mit einem Flachschuss aus. „Wir haben in der zweiten Hälfte mehr mobilisiert und fanden besser ins Spiel“, so Damm. Möglichkeiten zum 2:3 folgten auf dem Fuß: Baboucarr Gayé im Koblenzer Tor bewahrte seine Mannschaft gegen Jon Mogge, Jörn-Hendrik Starostzik und Kevin Nennhuber vor der drohenden Niederlage.
Kurios: Schiedsrichter Justin Joel Hasmann kam über die komplette Spielzeit ohne Verwarnungen aus, auch wenn einige rustikale Einsteigen dabei waren und vor allem Gäste-Kapitän Frederic Brill mehrfach von der medizinischen Abteilung betreut werden musste. Nach dem Abpfiff zückte der Unparteiische dafür gleich zweimal Rot. Im Mittelkreis gerieten Kassels Mogge und Koblenz‘ Miroslav Kovacevic Stirn an Stirn aneinander. Dafür hatte Hasmann kein Verständnis mehr. Eine Entscheidung, die genauso passte, wie das Endergebnis aus Sicht beider Teams. Die Kasseler konnte mit dem Punkt gut leben, weil sie einen 0:2-Rückstand aufgeholt hatten und Koblenz, weil Trainer Backhaus sich mit der Leistung nicht einverstanden zeigte.

Koblenz: Gayé - Weidenbach, Buckesfeld, Duncan - Ekallé, Bender (54. Käfferbitz), Fouley, Stojanovic (75.  Regäsel)- Maroudis - Lemmer (75. Fischer), Crosthwaite (85. Breitfelder).
Kassel: Zunker – Springfeld, Starostzik, Nennhuber – Najjer, Brill, Dierßen, Mißbach (65. Durna) – Flotho (75. Mogge) – Vesco (87. Rakk), Döringer (65. Iksal).
Schiedsrichter: Justin Joel Hasmann (Wiebelskirchen).
Zuschauer: 430.
Tore: 1:0 Arthur Ekallé (16.), 2:0 Henry Crosthwaite (35.), 2:1 Tim Dierßen (40.), 2:2 Daniele Vesco (52.).
Besonderheiten: Rote Karten gegen den Koblenzer Miroslav Kovacevic und den Kasseler Jon Mogge (Rangelei nach Spielende).

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