Rot-Weiss zeigt zu spät Leidenschaft

Für eine Serie ist es noch zu früh. Dafür war der personelle Umbruch bei Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiss Koblenz im Sommer zu groß. Die Mannschaft ist in der Lage, gute Leistungen abzurufen – gesehen unter anderem beim 4:0-Heimsieg über den FC Homburg -, aber konstant kann sie diese noch nicht auf den Platz bringen. So zeigte der frischgebackene Rheinlandpokalsieger im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II zwar eine anständige zweite Halbzeit, aufgrund der enttäuschenden ersten verlor die Elf vom Deutschen Eck allerdings verdient mit 0:2 (0:2). „Wir haben nicht die notwendige Mentalität auf den Platz bekommen und die Punkte fast kampflos an Hoffenheim übergeben. Als Lehre aus diesem Spiel müssen wir ziehen, dass wir nur punkten können, wenn alle 90 Minuten lang alles geben“, sagte Trainer Heiner Backhaus.
Nach einer umkämpften, intensiven Begegnung machte Backhaus durch die Blume auch deutlich, was er von der Leistung von Schiedsrichter Joshua Herbert hielt: „Ich bin seit neun Jahren Trainer und habe noch nie etwas zur Schiedsrichterleistung gesagt. Das tue ich auch heute nicht, aber ich denke jeder versteht meine Message. Wir hatten bei dieser Spielleitung wenig bis gar keine Chance.“ Die Gastgeber sahen sich um zwei Handelfmeter gebracht, unstrittig war allerdings der Foulelfmeter, den der Unparteiische nach einem Foul von Alexis Weidenbach verhängte. Der erfahrene Nick Proschwitz verwandelte souverän in die rechte untere Ecke (34.). Zu diesem Zeitpunkt war es bereits der zweite Treffer des Hoffenheimer Torjägers an diesem Nachmittag und der achte in dieser Saison. Das 0:1 besorgte er mit einem wunderbar über die Mauer gezirkelten Freistoß (21.).
Koblenz fehlte die Aggressivität, kam somit nur selten zu Ballgewinnen in den Zweikämpfen, was sich wiederum auf die überschaubare Zahl an Tormöglichkeiten auswirkte. Ein Abschlag von Torhüter Baboucarr Gayé kam bei Henry Jon Crosthwaite an, der aber einen kleinen Schlenker zu viel machte (25.). Viel mehr bewerkstelligte die Heimelf im ersten Abschnitt nicht. Gayé verhinderte derweil einen noch höheren Rückstand, indem er nach einer halben Stunde gegen Quincy Lee Butler sein ganzes Können aufbot.
Nach der Pause zeigte Rot-Weiß mehr Biss. „Da haben wir gesehen, dass wir so auch zu Möglichkeiten kommen“, beobachtete Trainer Backhaus. Der Volley von Christopher Spang wurde abgefälscht und ins Toraus gelenkt (63.), dann parierte TSG-Schlussmann Luca Philipp überragend gegen den eingewechselten Dylan Esmel (66.). „Wir haben in der zerfahrenen zweiten Halbzeit die Spielkontrolle verloren und spielten unsere Angriffe nicht mehr sauber zu Ende. Aber wir freuen uns natürlich sehr über die verdienten drei Punkte“, fasste Hoffenheims Coach Kai Herdling zusammen, nachdem auch ein letzter Kopfballversuch von Esmel im Anschluss an eine Flanke von Jakob Lemmer nichts eingebracht hatte (90.).

Koblenz: Gayé – Ekallé, Spang, Weidenbach, Ghandour (87. Buckesfeld), Stojanovic – Bender (79. Breitfelder), Fouley – Crosthwaite (62. Atilgan), Maroudis (46. Esmel) – Fischer (46. Lemmer).
Hoffenheim II: Philipp – Szarka, Boras (70. Rüth), Kölle, Geschwill – Bogarde (70. Casar), Zaiser – Butler (45.+1 Guthörl), Khan Agha (67. Ludwig), John – Proschwitz.
Schiedsrichter: Joshua Herbert (Nüsttal).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1 Nick Proschwitz (21.), 0:2 Nick Proschwitz (34., Foulelfmeter).

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