Rot-Weiss schafft das Wunder von Bieber

Traumstart für den FC Rot-Weiss Koblenz beim Regionalliga-Jahresauftakt: Die Mannschaft von Heiner Backhaus schaffte bei den Offenbacher Kickers eine Sensation und setzte sich vor 6119 Zuschauern mit 1:0 (0:0) durch. Der OFC hatte sich das Ziel gesetzt, mit seinen frenetischen Fans im Rücken die Tabellenführung zu übernehmen. Aber die Koblenzer, die diese besondere Flutlicht-Atmosphäre genossen anstatt vor ihr in Ehrfurcht zu erstarren, machten den ambitionierten Hessen einen Strich durch die Rechnung.
Die galligen und kampfstarken Gäste setzten dem Favoriten ganz schön zu. Offenbach war zwar bemüht um Spielkontrolle, fand im Angriff aber nur selten die richtigen Lösungen. Wenn die Kickers zum Abschluss kamen, gab es kein Vorbeikommen an Baboucarr Gayé. Der Schlussmann, der beim Afrika-Cup im Tor Gambias so sehr auf sich aufmerksam gemacht hatte, parierte sowohl den Flachschuss von Denis Huseinbasic (18.) als auch den Direktschuss von Dejan Bozic (41.), um zwei der gefährlichsten Offenbacher Tormöglichkeiten aus dem ersten Abschnitt zu nennen.
Den Fans der Gastgeber stockte nach einer halben Stunde zum ersten Mal der Atem. John Henry Crosthwaite schoss zwar aus zehn Metern ein, aber die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten stand in der Luft - Abseits. Der vermeintliche Führungstreffer zählte nicht.
Der zweite Abschnitt begann mit drängenden Hausherren. Nach nur zwei Minuten brachte Bozic die Kugel von der linken Seite in die Mitte und Serkan Firat köpfte knapp am Ziel vorbei. Der Zug in Richtung Gayé nahm zu. Bozic und Philipp Hosiner, Offenbachs von Zweitligist Dresden gekommener Winter-Neuzugang, versuchten es im Getümmel, aber auch ihnen fehlte das letzte Fortune (57.). RWK suchte aber aufmerksam seine Chance, wenn sie sich ergab. Für Jakob Lemmer wäre es ein besonderes Gefühl, wenn er in der 61. Minute Stephan Flauder überwunden hätte. Koblenz' bester Torschütze in dieser Saison ist vom OFC ausgeliehen und hätte um ein Haar das 0:1 besorgt. Offenbachs torhütender Kapitän verhinderte das 0:1 mit einer großartigen Reaktion. In der 80. Minute konterte RWK über Quentin Fouley, der Nils Fischer in Szene setzte. Schon im Hinspiel traf Fischer gegen den Aufstiegskandidaten zum 1:1-Endstand, diesmal avancierte er als Siegtorschütze zum Matchwinner schlechthin. Denn auch die letzten wütenden Angriffe der Kickers überstand die aufopferungsvoll kämpfende Backhaus-Elf.
„Wir sind fast schon perplex. Wir haben mit allem gerechnet, aber nicht damit, hier drei Punkte entführen zu können. Die Mentalität meiner Mannschaft und die Disziplin, die Demut, mit der sie unseren Plan verfolgt hat, ohne Ball immer wieder die nötigen Meter zu machen, finde ich überragend. Offenbach hatte eine sehr gute Spielanlage und klare Chancen, aber wir hatten Baboucarr Gayé im Tor", sagte Trainer Backhaus nach dem Spiel.

Offenbach: Flauder - Vetter (3. Milde), Zieleniecki, Breitenbach, Marcos - Firat (78. Turma), Deniz, Huseinbasic, Bojaj (68. Fetsch) - Bozic, Hosiner.
Koblenz: Gayé - Weidenbach, Buckesfeld, Duncan - Ekallé (84. Kovacevic), Spang (59. Regäsel), Fouley, Stojanovic - Maroudis - Lemmer (68. Fischer), Crosthwaite (68. Käfferbitz).
Schiedsrichter: Mika Forster (Oberderdingen).
Zuschauer: 6119.
Tor: 0:1 Nils Fischer (80.).


Bildtext:
Der eingewechselte Nils Fischer erzielte das Siegtor gegen Offenbach.

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