Rot-Weiß legt nach: 3:2-Sieg in Alzenau

Anderthalb Jahre lang musste Rot-Weiß Koblenz in der Fußball-Regionalliga Südwest auf seinen ersten Auswärtssieg warten, und dann holte die Mannschaft von Trainer Heiner Backhaus nur vier Tage nach dem Premierenerfolg bei der TSG Hoffenheim II bei ihrer nächsten Gelegenheit direkt den nächsten Dreier. Koblenz setzte sich beim FC Bayern Alzenau mit 3:2 (2:1) durch und schaffte den Anschluss zum unteren Tabellenmittelfeld. Der Tabellenelfte FC Gießen ist nur noch zwei Zähler entfernt – und die Rot-Weißen haben noch das Nachholspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach am Mittwochabend in der Hinterhand.
Die Gäste von der bayerisch-hessischen Landesgrenze hatten über weite Phasen der Begegnung auf dem Kunstrasenplatz vor den Toren der Main-Echo Arena mehr Ballbesitz, aber wie schon unter der Woche bei der Sinsheimer Bundesliga-Reserve überzeugte die Backhaus-Elf in der Verteidiger-Rolle. Anders als die TSG kamen die Alzenauer zwar zu zwei erfolgreichen Abschlüssen, aber weil die Gäste eine hohe Effektivität bei ihren Möglichkeiten an den Tag legten, behielten sie die Oberhand.
In der 20. Minute nahm Moritz Göttel einen Steilpass von Quentin Fouley direkt und markierte das 0:1. Die Führung hielt zwölf Minuten lang. Dann zirkelte Kreso Ljubicic einen Freistoß über die Koblenzer Mauer hinweg unhaltbar für Torhüter Baboucarr Gayé in die Maschen (32.). Das Remis war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Alzenau kam trotz seiner optischen Überlegenheit nicht allzu häufig zum Abschluss. Vor Ljubicics Standard kam lediglich Daniel Haritonov einmal gefährlich zum Zug. Seinen Schuss von der linken Seite blockte Arthur Ekallé zum Eckstoß (28.).
Den Unmut der FC-Anhänger zog Schiedsrichter Felix Ehing kurz vor der Pause auf sich, als er im Zweikampf zwischen Valdrin Mustafa und Dominik Crljenec ein Strafstoß-würdiges Vergehen des Alzenauers ausmachte und einen Strafstoß verhängte. Quentin Fouley verwandelte und holte die Führung zurück (41.).
Im zweiten Abschnitt mussten die beiden Torhüter zunächst kaum eingreifen. Erst in der 67. Minute ereignete sich die nächste spannende Aktion. Ein starker Seitfallzieher von Mustafa zischte knapp über den Alzenauer Kasten. Die Gastgeber bewegten fleißig den Ball, fanden bei ihren Angriffsbemühungen jedoch immer wieder ihren Meister in der Koblenzer Verteidigung. Ein Missverständnis zwischen Julius Schell und Justin Klein kostete den Vorsprung. Nils Fischer war zur Stelle und glich aus (80.). Man kann die Enttäuschung nicht besser wegstecken als die Backhaus-Elf es tat. Eine Minute später nahm Mustafa einen Fouley-Freistoß direkt (81.). Die Rot-Weißen jubelten zum dritten Mal an diesem Nachmittag und machten somit den Doppelschlag nach dem Erfolg in Hoffenheim perfekt.

Alzenau: Bauer – Almeida Morais, Crljenec, Wilke, Haritonov (71. Saho) – Ljubicic, Grünewald (46. Kalata) – Teklab, Ferukoski – Kummer (78. Cetin), Fischer.
Koblenz: Gayé – Ekallé, Schell, Koljic, Stojanovic – Pommer (61. Klein), Müller, Fouley – Göttel, Sagat, Mustafa (87. Kurbashyan).
Schiedsrichter: Felix Ehing (Engen).
Zuschauer: keine zugelassen.
Tore: 0:1 Moritz Göttel (20.), 1:1 Kreso Ljubicic (32.), 1:2 Quentin Fouley (41., Foulelfmeter), 2:2 Nils Fischer (80.), 2:3 Valdrin Mustafa (81.).

Bildtext: Der Moment der dritten Koblenzer Freude auf dem Alzenauer Kunstrasen: Marko Stojanovic, Justin Klein und Leon Müller (von links) haben nur ein Ziel – den 3:2-Torschützen Valdrin Mustafa.

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