Rot-Weiß feiert Comeback im DFB-Pokal

TuS Rot-Weiß Koblenz wird Anfang August zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im DFB-Pokal antreten. Der Regionalligist gewann das Entscheidungsspiel im Rahmen des „Finaltags der Amateure" gegen den drei Klassen tiefer beheimateten VfB Linz mit 6:1 (2:1).
Bevor das Ergebnis so deutlich wurde, aber zunächst einmal der frühe Schock für den Favoriten: Fatos Prenku, der Bruder von VfB-Trainer Behar Prenku, gab aus 20 Metern einen mächtigen Strahl ab, der in den rechten Torwinkel segelte. Der Außenseiter, der als Vorbereitung auf die Partie vor zwei Wochen den Trainingsbetrieb aufnehmen durfte und seit Ende Oktober kein Spiel mehr bestritt, geriet außer Rand und Band. „Wir wollte so lange wie möglich hinten die Null halten. Dass wir aber selbst treffen, war natürlich überragend. Besser konnte es nicht laufen", sagte der Linzer Coach später.
Koblenz behielt trotz des Kaltstarts die Nerven und Ruhe. Die Mannschaft drückte in Richtung des von Jan Lück gehüteten Tores des Bezirksligisten, und der lobte für seine Paraden später reichlich Beifall. Von FVR-Präsident Walter Desch genauso wie von Koblenz-Trainer Heiner Backhaus: „Er hat überragend gehalten - auf Regionalliga-Niveau." Moritz Göttels Kopfball (6.) und sein Schuss (12.) verfehlten knapp den Kasten. Dann zeigte Lück sein Können, der nach einem Eckstoß von Rot-Weiß-Kapitän Quentin Fouley den anschließenden Kopfball des Innenverteidigers Alexis Weidenbach genauso abwehrte wie den Nachschuss (13.). Artur Ekallé (18.) und Benko Sabani (23.) kamen dem Schlussmann ebenfalls nicht bei. Dann zappelte der Ball aber doch im Netz. Durch wen? Valdrin Mustafa (natürlich). Der küftigte Drittliga-Angreifer des SC Verl glich aus, weil er gegen Lück entschlossen nachsetzte und den Ball über die Linie drückte (30.). Mustafa brach mit seinem ersten von insgesamt drei Treffern den Bann, die Tore fielen danach einfacher. Eine in Augen von Behar Prenku fragliche Freistoßentscheidung verschaffte Quentin Fouley einen ruhenden Ball. Seine Flanke von der linken Seite köpfte Ahmet Sagat ein (36.). „Das 2:1 vor der Pause war ärgerlich, aber man hat natürlich die fußballerische Klasse von Koblenz gesehen", fand Prenku, der sich zufrieden über die Leistung seiner Mannschaft äußerte. „Wir haben uns gut geschlagen."
Nach der Pause machte sich neben der Koblenzer Qualität auch der konditionelle Vorteil bemerkbar. Valdrin Mustafa - inzwischen mit anderem Schuhwerk - legte nicht einmal eine Minute nach dem Wiederanpfiff das 3:1 nach. Nach dem 4:1 durch Christopher Spangs Nachschuss (53.) waren wieder Goalgetter an der Reihe. Mustafs Kopfball (56.) und Sagats Treffer nach Vorlage von Joker Leon Müller (67.) machten das halbe Dutzend voll. Da wollte Moritz Göttel nicht hinten anstehen, aber der dritte Rot-Weiß-Angreifer hatte bei einem Pfostentreffer Pech (64.) und machte noch zweimal Erfahrung mit den Abwehrkünsten von Jan Lück.
Die Koblenzer sind nun gespannt, was die Auslosung der 1. DFB-Pokal-Runde für sie bringt. Heiner Backhaus könnte sich zum Beispiel mit seinem Jugendverein FC Schalke 04 anfreunden. Mit einem Augenzwinkern sagt er über den Erstliga-Absteiger: „Ich würde mir Schalke wünschen, denn wir wollen ja weiterkommen."

Koblenz: Gayé - Ekallé, Weidenbach (61. Ceylan), Miotke, Stojanovic (69. Koljic) - Sabani, Spang (75. Beckenbauer), Fouley - Göttel, Sagat, Mustafa (65. Müller).
Linz: Lück - Moritz Rott, Dillmann, Böcking, Jelinic - Manuel Rott (82. Joch), Tolaj (67. Schlebach, Prenku (81. Klein), Krupp - Simons, Fiebiger (76. Lemke).
Schiedsrichter: Marco Christmann (Moorshausen).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Fatos Prenku (3.), 1:1 Valdrin Mustafa (30.), 2:1 Ahmet Sagat (36.), 3:1 Valdrin Mustafa (46.), 4:1 Christopher Spang (53.), 5:1 Valdrin Mustafa (56.), 6:1 Ahmet Sagat (67.).

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