Punktehamster RWK spielt wieder remis

Der März bleibt beim FC Rot-Weiss Koblenz der Monat der kleinen Schritte, in dem sich die Mannschaft von Trainer Heiner Backhaus zum Unentschieden-Hamster entwickelt. Das torlose 0:0 gegen 1. FSV Mainz 05 II war bereits das elfte in dieser Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest. So oft hat kein anderes Team remis gespielt. In der sechsten Partie nach der Winterpause war es bereits die vierte Punkteteilung. Weil von den Verfolgern niemand gewann, hat sich am Tabellenbild nichts Wesentliches verändert.
400 Zuschauer im Stadion Oberwerth sahen wenige Chancen auf beiden Seiten. Abspielfehler und körperliche Härte in intensiven Zweikämpfen prägten die Begegnung. Die wenigen Möglichkeiten kamen meistens durch ruhende Bälle zustande. „Es war aufgrund der Rahmenbedingungen kein schönes Fußballspiel. Der Platz befand sich in keinem guten Zustand und für uns steht viel auf dem Spiel. Die Schönheit steht dabei weniger im Vordergrund als die Grundtugenden gut zu verteidigen und sicher zu stehen", erklärte Heiner Backhaus. Die Verteidigungsleistung gefiel ihm im Großen und Ganzen: „Wir haben fast nichts zugelassen, und wenn dann nur nach individuellen Fehlern. Ansosten war das defensiv eine grundstabile Leistung."
Das erste frühe Warnsignal sendeten die Gäste aus. Schon in der ersten Minute flankte Felix Könighaus auf Marc Richter, dessen Volley im Fünf-Meter-Raum abgeblockt wurde. Torabschlüsse gab es hier und da, richtig prickelnde aber nur wenige: Nach zwei Koblenzer Freistößen, die in den Strafraum segelten, wurden die Rot-Weissen aufgrund von Abseitspositionen zurückgepfiffen. In der dritten Minute galt das für den kopfballstarken Dominic Duncan, und in der zwölften Minute, als Quentin Fouley versuchte, seine Kollegen in Szene zu setzen. Nach rund einer Viertelstunde bewies Richter seine Dribbelfähigkeiten, gab seinen Abschluss aber nicht präzise genau ab.
Allmählich erspielten sich die Gastgeber eine Druckphase. Ein weit geschlagener Fouley-Freistoß kam bei Duncan an. Aus sechs Metern versuchte er, mit einem Volley einzunetzen, schoss jedoch knapp daneben (25.). Dann machte der flinke Henry Crosthwaite Betrieb. Schiedsrichter Krombacher winkte ab, als die Koblenzer für ein Umreißen an Crosthwaite einen Strafstoß forderten (31.). Nur zwei Minuten später ließ der Angreifer zwei Gegenspieler stehen, ehe Tobias Mißner den Abschluss mit langem Bein blockte.
Das Koblenzer Tor hütete diesmal Carl Leonhard, der den bei der gambischen Nationalmannschaft weilenden Baboucarr Gayé vertrat. Auf der Linie geprüft wurde Leonhard fünf Minuten nach Wiederanpfiff von Tobias Mißner per Kopfball. Möglichkeiten nach Standardsituationen und geblockte Versuchen gab's durchaus, herausspielen konnten sich beide Teams indes nur wenig. Eine Ausnahme bildete die Mainzer Ballstafette aus der 70. Minute auf der linken Seite, die Romario Rösch knapp verpasste.
In der Endphase war die Heimelf dem Sieg näher. Unter anderem hatte der eingewechselte Nils Fischer in der Schlussminute das 1:0 auf dem Fuß.
Nicht anfreunden konnte sich Backhaus mit der einen oder anderen Entscheidung von Schiedsrichter Jonas Brombacher. „Er war aus meiner Sicht heute das Zünglein an der Waage, weil er zwei glasklare Elfmeter für uns nicht gegeben hat", so der RWK-Coach. Vor allem der ausbleibende Pfiff für Fischer war in Backhaus' Augen eine mehr als fragwürdige Entscheidung. „Es ist schade, weil wir schon in Walldorf bei einem klaren Handspiel des Gegners in dessen Strafraum ebenfalls einen klaren Elfmeter nicht bekommen haben. Insgesamt sind es für uns zwei verlorene Punkte, obwohl wir gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt haben. Es ist nicht gewöhnlich, dass wir uns gegen solche Teams kein Tor einfangen, aber wenn eine Mannschaft das Spiel hätte gewinnen können, dann waren wir das."

Koblenz: Leonhard, Buckesfeld, Maroudis, Spang (67. Bender), Fouley, Crosthwaite (63. Fischer), Weidenbach, Duncan, Stojanovic (76. Breitfelder), Ekallé, Regäsel (63. Ceylan).
Mainz II: Rieß, Laux, Quirin, Missner, Mizuta, Papela, Bulic, Shabani (61. Sabani), Könighaus, Wanner (22. Roesch), Richter (75. Jung).
Schiedsrichter: Jonas Brombacher (Kandern).
Zuschauer: 400.

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