Ein Punkt nach 2:0-Führung

Da ist er, der erste Punkt für den FC Rot-Weiss Koblenz in der Regionalliga-Saison 2022/23: Die „Elf vom Deutschen Eck“ holte am vergangenen Wochenende ein 2:2 (2:0)-Unentschieden vor 1559 Zuschauern beim KSV Hessen Kassel. „Ein Statement zu diesem Spiel fällt mir nicht leicht“, war Trainer Oliver Reck trotz des Remis die Enttäuschung wenige Minuten nach dem Abpfiff anzumerken. Dafür hatte der ehemalige Nationaltorhüter einen naheliegenden Grund. RWK hatte zur Pause nach einer richtig starken ersten Halbzeit mit 2:0 in Führung gelegen. „Wir hätten eigentlich als Sieger vom Platz gehen müssen. Wenn wir das dritte Tor nachgelegt hätten, und die Möglichkeit dazu bestand, hätten wir mit Sicherheit gewonnen. Die Mannschaft hat bei heißen Temperaturen alles investiert“, so Reck weiter.
Kassel kam nach seiner Auftaktniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim II stürmische aus der Kabine und wollte seine Fans deutlich erkennbar entschädigen. Aber nach einer Viertelstunde fand Koblenz seine Stabilität, und das Geschehen verlagerte sich immer mehr in die andere Spielfeldhälfte. „Wir haben cool und abgezockt agiert in der ersten Halbzeit“, fand Reck und freute sich über die beiden Treffer durch Christian Stark (22.) sowie Thilo Töpken (31.). Die beiden Neuzugänge, die wie schon gegen Homburg die Doppelspitze bildeten, weckten die Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg. Beim 1:0 genoss Alexis Weidenbach nach einem Freistoß von Yanni Regäsel viel Freiraum. Seinen Kopfball finalisierte Stark. Kassel wirkte in der Hintermannschaft nicht sattelfest. Das galt auch in der 31. Minute. Nils Lihsek schickte Töpken mit einem grandiosen Steilpasse in den Alleingang. Koblenz’ Neuner blieb eiskalt und erhöhte.
Die Akteure auf beiden Seiten geizten nicht mit Torchancen. Lihsek verpasste in der 40. Minute aus spitzem Winkel den dritten RWK-Treffer. Auf Kasseler Seite rauften sich Hendrik Starostzik (36.) und Maurice Springfeld (45.+1) die Haare. Vor allem Springfeld fehlten kurz vor dem Kabinengang nur Zentimeter zum KSV-Anschlusstreffer. Nils Lihsek rettete nach einem Kasseler Eckstoß mit dem Kopf für Schlussmann Tim Kips.
Die zweite Halbzeit gewann mit einem brachialen Lattenknaller der Hausherren. Jascha Döringer kündigte an, dass da noch einiges auf Rot-Weiss zukommen wird (50.). Das war endgültig klar, als Trainer Tobias Damm drei Offensivkräfte einwechselte. Lukas Iksal belebte das Flügelspiel und Marcel Fischer verkürzte in der 69. Minute zum 1:2. Für Koblenz ergaben sich Gelegenheiten bei Kontern und einem Freistoß, der wie schon in der ersten Halbzeit Alexis Weidenbach fand. Die Reck-Elf schlug daraus jedoch kein Kapital.
Der Druck auf den RWK-Kasten wuchs immer weiter und mündete im Remis. Najjar flankte von der rechten Seite und Jon Mogge köpfte ein (82.). Die Partie erinnerte frappierend an das Duell im Stadion Oberwerth in der vergangenen Spielzeit. Auch da hatte Koblenz mit 2:0 vorne gelegen, auch da stand am Ende ein 2:2 auf der Anzeigetafel.

Kassel: Gröteke - Najjar, Starostzik, Springfeld, Mißbach - Brill - Dawid (63. Fischer), Stendera (63. Iksal), Rakk (79. Durna), Döringer (63. Vesco) - Mogge.
Koblenz: Kips - Weidenbach, Adewole, Regäsel (46. Buckesfeld) - Lihsek (60. Ike), Guthörl (78. Kovacevic), Maroudis, Limani (71. Kuadio), Afamefuna - Töpken (79. An), Stark.
Schiedsrichter: Fabienne Michel (Gau-Odernheim).
Zuschauer: 1559.
Tore: 0:1 Christian Stark (22.), 0:2 Thilo Töpken (31.), 1:2 Marcel Fischer (69.), 2:2 Jon Mogge (82.).

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